"Ich kann nur empfehlen, das Semester in Schweden zu machen"

Eckdaten

Name: Laura Bauske
Universität: University of Skövde, Skövde, Schweden
Zeitpunkt: Wintersemester 2018/2019
Dauer: 4 Monate

Wie ist die Entscheidung für diese Partneruniversität gefallen?

Viele Freunde und Bekannte haben von ihren Auslandssemestern in Schweden geschwärmt - egal wo, das Fazit war immer super! Dazu kommt natürlich noch die wunderschöne Natur und für mich persönlich auch noch die Möglichkeit, Handball zu spielen!

Vorbereitungen für ein Visum

Ein Visum ist als EU-Bürger nicht notwendig.

Vorbereitungen für Flug und Unterkunft

Ich bin mit dem Auto nach Skövde gefahren. In Rostock kann man ganz bequem mit der Fähre nach Trelleborg fahren und dann sind es mit dem Auto noch ca. 4,5h bis man in Skövde ist! Die Route mit der Fähre ist alleine oder zu zweit günstiger als über die Öresundbrücke in Dänemark zu fahren.

Für die Unterkunft könnt ihr euch ganz einfach auf der Internetseite der Uni bewerben. Anderweitig habt ihr sowieso fast keine Chance auf eine Wohnung oder ein Zimmer. Dies solltet ihr möglichst früh machen, denn hier gilt das first come, first serve Prinzip. Ihr dürft aus den drei Möglichkeiten (Xenia, Perenius und Norra) eure Wunschrangfolge angeben und werdet dann dementsprechend platziert.

Xenia: Ein 6-stöckiges Hochaus, in dem die meisten Austauschstudenten wohnen. Es ist ca. 1 km von der Uni entfernt und auch in die Stadt sind es keine langen Wege. Das Gebäude an sich ist schon etwas heruntergekommen und dementsprechend gibt es auch teilweise heruntergekommene Zimmer, zudem ist das Xenia von Ameisen befallen (unbedingt Köder mitbringen!!). Es gibt aber auch schöne, renovierte Zimmer - das ist Glückssache. Auf einem Stockwerk wohnen bis zu 16 Leute und man teilt sich Küche und Wohnzimmer. Jedes Zimmer hat sein eigenes Bad. Hier ist am Wochenende eigentlich immer irgendwo was los.

Perenius: Ein altes Hotel, in dem nur ca. 50 Studenten wohnen. Es ist leider etwas weiter weg von allem. Fast 2km zur Uni und noch weiter zum Xenia und zum Studentenclub. In den Zimmern steht noch die alte Hotelausstattung, die etwas muffig und heruntergekommen ist. Jedes Zimmer hat sein eigenes Bad. Es gibt 3 Küchen, auf die die Zimmer verteilt sind. Die Küchen sind unten bei der alten Lobby, wo jetzt ein großer Aufenthaltsraum ist. Hier trifft man eigentlich immer jemanden an. Das Perenius hat eine Sauna, was gerade an kalten Tagen echt cool ist. Außerdem gibt es noch zwei Fernsehräume. Party ist hier nur ab und zu und es ist generell etwas ruhiger.

Norra: Das Norra liegt ziemlich direkt an der Uni dran und ist viel kleiner als die anderen beiden Wohnheime. Im Norra hat jedes Zimmer eine eigene Küche und es gibt zusätzlich noch eine Gemeinschaftsküche. Hier wohnen nur wenige Austauschstudenten und es ist sehr ruhig.

In meinem ersten Auslandssemester habe ich im Perenius gewohnt und bin für mein zweites jetzt ins Xenia gezogen. Auf der Internetseite der Uni gibt es eine Übersicht, dort sind auch die genauen Mietperioden und Kosten aufgelistet.

 

Bewerbung und ggfs. Erasmus+ Förderung

Die Bewerbung läuft ganz normal über das Int. Office. Danach müsst ihr euch dann bei www.universityadmissions.se registrieren und euch für die Kurse bewerben. Dafür bekommt ihr aber auch eine ausführliche Anleitung und es geht ganz leicht.

Für die Erasmus+ Förderung ist es wichtig, dass ihr möglichst schnell die Arrival Form ausfüllen lasst und nach Wedel schickt. Ansonsten gab es nichts weiter zu beachten.

Kurswahl und Klausuren

Die Kurswahl als BWLer in Schweden ist leider etwas schwierig. Man muss halt das nehmen, was da ist und hat keine Auswahl.

Meine Kurse waren:

International Marketing - 15 ECTS
Corporate Finance Management - 7.5 ECTS
Swedish for Int. Students I - 7.5 ECTS (Achtung, es werden nur 6 ECTS angerechnet!)
Swedish Culture and Society - 3 ECTS

Marketing hat die meisten Credits und ist auch mit dem meisten Aufwand verbunden. Ihr müsst in einer Gruppe während des Semesters 3 Hausarbeiten abgeben und präsentieren und am Ende eine Klausur schreiben, die viel Stoff umfasst.

In Corporate Finance gibt es ganz normal Vorlesung und am Ende eine Klausur. Die Vorlesung ist auch auf Video, sodass man sich bei der Vorbereitung nochmal alles in Ruhe anschauen könnt.

In beiden Fächern wird geraten, teure Bücher zu kaufen. Ich persönlich habe das nicht getan und auch keine Probleme gehabt. Sollte man mal irgendwas nachschauen müssen gibt es die Bücher auch vor Ort in der Bib (Ausleihe nicht möglich) oder man kann es ganz einfach googeln.

In Schwedisch habt ihr auch ganz normal Vorlesung und am Ende gibt es 3 Prüfungen: Listening, Oral und Writing. Hierfür müssen schon einige Vokabeln gelernt werden, aber es ist kein Hexenwerk eine sehr gute Note zu bekommen. Ich würde euch empfehlen, das im Kurs vorgestellte Übungsbuch zusätzlich zu kaufen, um ein paar Übungen zu haben.

Swedish Culture and Society ist ein recht kurzer Kurs und war schon vor der Hälfte des Semesters vorbei. Hier gibt es am Ende eine Klausur.

Insgesamt waren die Kurse mit 8 - 20 Leuten, also im Vergleich zu Wedel sehr klein. In Schweden gibt es immer ein Re-Exam, sollte man aus welchem Grund auch immer doch durch die Prüfung fallen. Mit den Dozenten duzt man sich und im Kurs wird teilweise Mitarbeit erwartet, auch wenn das nicht benotet wird.

Campusleben und Sprache

In Schweden kann man so gut wie jeden auf Englisch ansprechen, das stellt gar kein Problem dar. Die Unterhaltung auf Schwedisch gestaltet sich dann doch schwieriger, auch wenn man den Sprachkurs gemacht hat.

Der Campus besteht aus verschiednen Gebäuden, es gibt ein Fitnessstudio und ein "Restaurant" (soll die Mensa sein). In jedem Campusgebäude gibt es aber auch kleine Küchen mit Spüle, Kühlschrank und Mikrowellen. Man kann sich also sein Essen bequem mitbringen und warm machen. Es gibt in Skövde einige Studentenorganisationen, denen man beitreten kann. In denen wird dann oftmals auch etwas unternommen. Zudem gibt es auch noch die Möglichkeit, Musik zu machen, verschiedene Sportangebote etc.. und es gibt natürlich auch noch den Studentenclub/-pub - das legendäre KB.

Das Leben vor Ort und Tipps

Lebensmittel etc. sind in Schweden sehr teuer. Außerdem gibt es keine Drogeriemärkte, sowas findet man dann mit im H&M. Sollte die Möglichkeit bestehen, würde ich also aus Deutschland im Vorweg einiges mitnehmen. Man bekommt hier natürlich fast alles, es ist eben nur teurer. Besonders Alkohol, den man nur im Systembolaget kaufen kann, da es ein staatliches Monopol gibt.  

Als EU-Bürger braucht ihr eigentlich keine extra Auslandsversicherung, ich persönlich habe aber noch eine extra. Und über Impfungen solltet ihr euch informieren, da Skövde im Gefahrengebiet von Zecken liegt.

Eine Kreditkarte ist in Schweden auch sehr nützlich, da so gut wie alles bargeldlos funktioniert. Dementsprechend würde ich vor dem Semesterbeginn auch nur ganz wenig oder gar keine Schwedischen Kronen tauschen, die braucht man hier eigentlich sowieso nicht.

Skövde selber hat einen sogenannten "Berg", der Billingen heißt. Hier gibt es oben einen See, mit vielen Möglichkeiten zu grillen oder ein Feuer zu machen - wenn man mag, kann man auch baden. Im Winter kann man hier Skilaufen und im Sommer/Herbst natürlich auch ein wenig wandern. Außerdem gibt es in Skövde noch die Arena, in der man Handball- und Floorball-Spiele gucken kann oder ins Schwimmbad mit Erlebnisbad gehen kann. Bowling gibt es hier auch, oder ein (teureres) Fitnessstudio. Im Winter gibt es in Skövde auch Eishockey.

Von Skövde aus ist man relativ schnell in Göteborg und Stockholm, der Nationalpark Tiveden ist mit dem Auto auch nicht weit und die beiden Seen, Vänern und Vettern sind auch schöne Ausflugsziele.

Der ESN organisiert für die Austauschstudenten einige Reisen. In diesem Semester gab es Russland, Norwegen, Lappland und das Sea Battle von Stockholm nach Tallinn. Ich war mit dem Sea Battle in Tallinn und mit in Kiruna und Abisko in Lappland. Lappland war wunderschön und ist wirklich empfehlenswert, besonders mit der Schneemobil und Hundeschlittentour, allerdings muss man eine 22 Stunden Busfahrt auf sich nehmen.  Beide Trips sind empfehlenswert.

Fazit

Das Auslandssemester ist eine super Zeit und ich kann nur empfehlen, das Semester in Schweden zu machen. Insgesamt hat es mir in Schweden so gut gefallen, dass ich jetzt noch ein zweites Auslandssemester drangehängt habe - ich denke das spricht für sich! :)

Sonstiges

Die Unterstützung von Frau Haß und Frau Seybold war das Semester über super und es sind eigentlich keine Fragen offen geblieben und es wurde alles schnell beantwortet.