Stellungnahme der Ethikkommission

zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in der wissenschaftlichen Forschung

Die Ethikkommission der Fachhochschule Wedel begrüßt den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der wissenschaftlichen Forschung als eine vielversprechende technologische Entwicklung, die Forschungsprozesse unterstützen und wissenschaftliche Erkenntnisse fördern kann. KI ermöglicht unter anderem die effiziente Analyse großer Datenmengen, die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben sowie die Erschließung neuer Forschungsansätze. Gleichzeitig sind mit ihrem Einsatz ethische, rechtliche und wissenschaftliche Herausforderungen verbunden, die einen verantwortungsvollen Umgang erfordern. 

Aus Sicht der Ethikkommission muss der Einsatz von KI stets mit den Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis vereinbar sein. Transparenz, Nachvollziehbarkeit, wissenschaftliche Integrität und Verantwortlichkeit dürfen durch den Einsatz automatisierter Systeme nicht beeinträchtigt werden. Die Verantwortung für Planung, Durchführung, Auswertung und Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten verbleibt uneingeschränkt bei den Forschenden. KI kann wissenschaftliche Arbeit unterstützen, sie jedoch nicht ersetzen. 

Die Ethikkommission zieht bei ihrer Beurteilung die jeweils aktuellen Versionen von international anerkannten Leitlinien und Empfehlungen zur Ethik bei der Anwendung von Künstlicher Intelligenz. Beispiele hierfür sind 

  • UNESCO Empfehlung zur Ethik Künstlicher Intelligenz 

  • Strategische Vorausschau (Foresight) (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)  

  • Ethik-Leitlinien für eine vertrauenswürdige KI (Expertengruppe für KI, Europäische Union) 

  • Leitlinie zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Begutachtung (DFG) 

Die daraus zu erfüllenden leitenden ethischen Prinzipien sind u.a. 

  • Vorrang menschlichen Handelns und Aufsicht: KI darf den Menschen nicht bevormunden; Entscheidungen müssen immer vom Menschen kontrolliert werden. 

  • Technische Robustheit und Sicherheit: KI-Systeme müssen zuverlässig und sicher sein, um Schäden zu vermeiden. 

  • Schutz der Privatsphäre und Datenqualitätsmanagement: Datenschutz und Persönlichkeitsrechte müssen gewahrt bleiben; Daten dürfen nicht zur Diskriminierung missbraucht werden. 

  • Transparenz und Erklärbarkeit: KI-Entscheidungen müssen nachvollziehbar und erklärbar sein. 

  • Vielfalt, Nichtdiskriminierung und Fairness: Kein Mensch darf benachteiligt werden; Zugang zu Diensten muss diskriminierungsfrei sein. 

  • Gesellschaftliches und ökologisches Wohlergehen: Auswirkungen von KI auf Gesellschaft und Umwelt müssen geprüft werden. 

  • Rechenschaftspflicht: Es muss klar sein, wer für KI-Systeme und deren Ergebnisse verantwortlich ist. 

Zusammenfassend sieht die Ethikkommission in Künstlicher Intelligenz ein wertvolles Werkzeug zur Unterstützung wissenschaftlicher Forschung. Voraussetzung für ihren verantwortungsvollen Einsatz ist jedoch, dass wissenschaftliche Integrität, Transparenz, Datenschutz und menschliche Verantwortung jederzeit gewahrt bleiben. KI sollte als unterstützendes Instrument verstanden werden, dessen Nutzung die Qualität wissenschaftlicher Arbeit fördern kann, ohne die Verantwortung und das kritische Urteilsvermögen der Forschenden zu ersetzen. 

Ein Leitfaden zur Nutzung von KI im Studium als Orientierungshilfe für Studierende der FH Wedel ist hier  zu finden.