Lernen mit KI - und ohne!

Effektives Lernen ist keine angeborene Begabung, sondern eine erlernbare Fähigkeit. Lernen bedeutet, neue Informationen so zu verarbeiten, dass sie dauerhaft im Langzeitgedächtnis verankert werden. Entscheidend dafür ist nicht die reine Lernzeit, sondern wie gelernt wird. Kognitionspsychologische Forschung zeigt, dass aktive Auseinandersetzung mit dem Stoff, verteiltes Üben und regelmäßiger Abruf die wirksamsten Strategien sind.

 

Lernen mit KI

KI ist ein Werkzeug, keine Abkürzung. Sie kann Lernen, Arbeiten und Forschen unterstützen, ersetzt jedoch weder Eigenleistung noch kritisches Denken oder Transparenz. Gute Lehre bleibt ein menschlicher Prozess, den KI ergänzen und verstärken kann. Entscheidend sind der reflektierte Umgang mit KI sowie das eigenständige Prüfen und Verstehen ihrer Ergebnisse.

KI-Werkzeuge können in vielen Bereichen des Studiums hilfreich sein. Die folgende Übersicht zeigt typische Einsatzfelder mit kurzen Hinweisen zu Chancen und Fallstricken.

Generative KI-Systeme
Wenn von KI gesprochen wird, sind in erster Linie sogenannte generative KI-Systeme gemeint. Dazu zählen vor allem große Sprachmodelle (engl. Large Language Models, kurz LLMs), die Texte erzeugen, sowie multimodale Systeme, die zusätzlich Bilder, Audio oder Video verarbeiten und erzeugen können. Diese Systeme basieren auf statistischen Modellen, die aus großen Datenmengen Muster ableiten und darauf aufbauend neue Inhalte generieren.

Prompts
Prompts — also Eingaben an ein KI-System — geben den Kontext und die Anweisungen vor, auf deren Grundlage KI-Systeme statistisch plausible Antworten erzeugen. 
Prompt-Engineering bezeichnet das gezielte Formulieren und Vorstrukturieren von Prompts für ein KI-System, um die Antwortqualität zu verbessern. Dazu gehört insbesondere, der KI bereits vor der eigentlichen Anfrage Kontext, Ziele, Rahmenbedingungen, Rollen oder gewünschte Ausgabeformate vorzugeben.

Leitfaden für die KI-Nutzung

Beim Lernen mit KI und insbesondere bei ihrer Nutzung im Rahmen von Prüfungsleistungen stellt sich schnell die Frage, was erlaubt ist und welche Regeln gelten. Unsere Leitfäden unterstützen Sie dabei, sich sicher zu orientieren. Sie erläutern, wie KI verantwortungsvoll eingesetzt werden kann, welche Anforderungen zu beachten sind und worauf es bei der Nutzung in Studium und Prüfungen ankommt.

Wissenschaftliche Integrität, Kennzeichnung und Zitation

Wissenschaftliches Arbeiten setzt Transparenz darüber voraus, welcher Anteil einer eingereichten Leistung selbst erbracht wurde und welche Hilfsmittel verwendet wurden. Für KI gilt dies analog zur Nutzung anderer Hilfsmittel.

Grundprinzip. Wenn KI in einer Leistung eingesetzt wurde — und dies in der jeweiligen Veranstaltung erlaubt ist —, soll die Nutzung kenntlich gemacht werden. Die genaue Form der Kennzeichnung gibt die lehrende Person vor. Fehlt eine solche Vorgabe, empfiehlt sich eine Kennzeichnung im Methoden- oder Hilfsmittelteil der Arbeit.

Vorlage für eine Kennzeichnung (Beispiel):

Bei der Erstellung dieser Arbeit wurde [Name des Werkzeugs, Version, Stand] für folgende Zwecke eingesetzt: [z. B. Recherche von Einstiegsliteratur, sprachliche Überarbeitung einzelner Abschnitte, Strukturierung der Gliederung, Generierung von Codevorschlägen für die Funktion X]. Die Verantwortung für inhaltliche Korrektheit, Auswahl und Bewertung der Ergebnisse liegt vollständig bei der Verfasserin oder dem Verfasser.

Eine solche Erklärung kann je nach Art der Arbeit ausführlicher oder knapper ausfallen. Wichtig ist, dass nachvollziehbar wird, in welchen Phasen und für welche Aufgaben KI eingesetzt wurde.

Eigenverantwortung. Wer KI-Ausgaben in eine Arbeit übernimmt, übernimmt die volle Verantwortung für deren Korrektheit. Halluzinationen, falsche Zahlen, erfundene Zitate oder fehlerhafter Code gehen prüfungsrechtlich zu Lasten der einreichenden Person — nicht zu Lasten des verwendeten Werkzeugs.

Abgrenzung Täuschung und legitime Nutzung. Eine Täuschung liegt vor, wenn KI-Nutzung gegen die Regeln einer Veranstaltung erfolgt oder wenn KI-Nutzung verschwiegen wird, obwohl sie hätte gekennzeichnet werden müssen. Die Folgen können von der Nichtanerkennung der Leistung bis zu prüfungsrechtlichen Konsequenzen reichen. Im Zweifel ist Transparenz die sichere Wahl: Wer offen kennzeichnet, kann allenfalls die Leistung nicht anerkannt bekommen — wer verschweigt, riskiert deutlich mehr.

Wörtliche Übernahmen. Längere wörtliche Übernahmen aus KI-Ausgaben sind wie andere Zitate zu kennzeichnen. Konkrete Zitierregeln entwickeln sich derzeit fort; es empfiehlt sich, die Vorgaben des jeweiligen Fachbereichs oder der Lehrperson einzuholen.

Datenschutz und rechtliche Hinweise

Die Nutzung von KI-Werkzeugen wirft datenschutzrechtliche Fragen auf, die ernst genommen werden müssen. Die folgenden Regeln sollten unabhängig vom verwendeten Werkzeug beachtet werden.

Gute Lehre

Studiengangskonzept

KI in der Lehre

Aufbau der Study Bootcamps

Das Bootcamp-Prinzip

Skills und Methoden