Wie entstehen die Ideen von morgen? Und wie kann Künstliche Intelligenz dabei helfen, aus einem ersten Gedanken eine konkrete Lösung zu entwickeln? Mit diesen Fragen waren die ersten Startup Scouts der Fachhochschule Wedel in den vergangenen Wochen beim Young Waterkant Festival in Kiel und beim Young Makers Festival in Hamburg unterwegs. Auch in einer Projektwoche mit Schülerinnen und Schülern des Johann-Rist-Gymnasiums konnten sie ihr Konzept bereits erfolgreich erproben.
Das Ziel der Startup Scouts ist es, Gründergeist zu wecken, Problemlösungskompetenzen zu stärken und junge Menschen für Innovation, Unternehmertum und Zukunftstechnologien zu begeistern. Gemeinsam mit den Studierenden der FH Wedel identifizieren Schülerinnen und Schüler Herausforderungen aus ihrem Alltag, entwickeln Lösungsansätze, prüfen deren Machbarkeit und setzen erste Prototypen um.
Dabei stehen reale Fragestellungen im Mittelpunkt. So entstand beispielsweise die Idee für eine App gegen Ferien-Langeweile. Die Plattform soll Menschen mit ähnlichen Interessen zusammenbringen und gemeinsame Aktivitäten vermitteln. Andere Teams entwickelten Anwendungen, die Termine, Hausaufgaben und Verabredungen organisieren und den Alltag übersichtlicher gestalten.
Neue Runde startet im Wintersemester 2026/2027
Nach dem erfolgreichen Auftakt geht das Projekt nun in die nächste Phase. Mit Beginn des kommenden Semesters startet eine neue Kohorte der Startup Scouts. Gesucht werden Studierende, die ihre Begeisterung für Innovation, Gründung und Technologie weitergeben möchten und Lust haben, kreative Workshops mitzugestalten.
Gleichzeitig sind Schulen eingeladen, Teil des Projekts zu werden und die Verbindung aus Entrepreneurship Education, Künstlicher Intelligenz und praxisnaher Projektarbeit kennenzulernen.
Ansprechpartnerinnen für Schulen und Lehrkräfte sind Tuba Ercan und Claudia Konrad.
Lernen auf Augenhöhe
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist das Peer-to-Peer-Prinzip. Die Workshops werden von fachlich und didaktisch qualifizierten Studierenden der FH Wedel durchgeführt, die selbst an innovativen Technologien arbeiten und unternehmerische Ideen verfolgen. Dadurch entsteht eine offene Lernatmosphäre, in der Fragen unkompliziert geklärt, Ideen diskutiert und neue Perspektiven entwickelt werden können.
Für die Startup Scouts bedeutet dies zugleich einen Perspektivwechsel. Statt selbst Lernende zu sein, übernehmen sie die Rolle der Lehrenden und begleiten die Teilnehmenden bei der Entwicklung eigener Projekte. „Endlich mal in die Position zu kommen, der Lehrende zu sein, das hat richtig Spaß gemacht“, berichtet einer der Startup Scouts.
Die Studierenden stammen aus unterschiedlichen Studiengängen an der Schnittstelle von Informatik, Technik und Wirtschaft. Vor ihren Einsätzen absolvieren sie ein ergänzendes Qualifizierungsprogramm zu Themen wie Künstliche Intelligenz, Entrepreneurship, Innovationsmethoden und Workshopgestaltung.
Entrepreneurship Education trifft KI
Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Bestandteil der Workshops. Die Schülerinnen und Schüler lernen, wie KI den Innovationsprozess unterstützen kann, etwa bei der Ideenfindung, der Analyse von Informationen oder der Entwicklung erster digitaler Prototypen.
Mit aktuellen KI-Tools und Methoden wie dem sogenannten Vibe Coding entstehen innerhalb kurzer Zeit erste Anwendungen, Webseiten oder App-Konzepte. Gleichzeitig reflektieren die Teilnehmenden die Chancen und Grenzen der Technologie und beschäftigen sich mit einem verantwortungsvollen Umgang mit KI.
Neben technischem Wissen erwerben die Jugendlichen wichtige Zukunftskompetenzen. Sie lernen, Probleme systematisch zu analysieren, kreative Lösungen zu entwickeln, fundierte Entscheidungen zu treffen, Ideen überzeugend zu präsentieren und erfolgreich im Team zu arbeiten. Gleichzeitig werden unternehmerisches Denken und Innovationskompetenz gefördert.
Kostenloses Angebot für Schulen
Die Startup Scouts können flexibel eingesetzt werden. Ob als Doppelstunde, Projekttag oder mehrtägiges Workshop-Format: Die Inhalte lassen sich an die Bedürfnisse der jeweiligen Schule anpassen. Gefördert wird das Projekt im Rahmen von „Freiraum“ durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre. Dadurch können die Workshops für Schulen kostenlos angeboten werden. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig auf die Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt vorzubereiten und ihnen zu zeigen, wie sie eigene Ideen in konkrete Lösungen verwandeln können.
Foto: Jan Konitzki
