" Froh, mich für Riverside entschieden zu haben"

Eckdaten

Name: David Fischer
Universität: University of California at Riverside, Kalifornien, USA
Zeitpunkt: Wintersemester 2018/2019
Dauer: 3 Monate

Wie ist die Entscheidung für diese Partneruniversität gefallen?

Ich wollte für mein Auslandssemester in ein Land, das weit weg von zuhause ist und so die Gelegenheit nutzen, richtig selbstständig zu sein. So war ich im Zwiespalt zwischen Otago und Riverside, bin aber letztendlich froh, mich für Riverside entschieden zu haben.

Vorbereitungen für ein Visum

Den Prozess für die Beantragung des Visums, würde ich direkt nach der Zusage an der Auslandsuniversität beginnen. Es kann auf den ersten Blick etwas verwirrend wirken, letztendlich braucht man schon einige verschiedene Dokumente, wie zum Beispiel das DS-160, I-20, etc.
Folgende Quelle habe ich genutzt, um mich zu orientieren: www.college-contact.com/usa/f1-visum

Zuerst ist also das DS-160 erforderlich, welches einfach online beantragt werden kann. Nachdem dies auch bezahlt ist, kann ein Termin bei der Botschaft vereinbart werden. Ich bin damals dafür extra nach Berlin gereist. Mitzubringen zur Botschaft ist zudem das I-20-Formular der Universität und am besten auch ein Rechnungsbeleg der Gebühren, die bis diesem Punkt auftreten.

Bei der Terminbestätigung wird aber eine Checkliste aufgeführt werden, diese beschreibt, welche Dokumente erforderlich sein werden. Nach dem Termin wird das Visum nach einigen Wochen fertig sein.

Vorbereitungen für Flug und Unterkunft

Die Semesterdaten waren schon frühzeitig bekannt, dadurch konnte ich früh Flüge buchen. Ich plante mir davor und danach Zeit ein, um mich richtig einzuleben/danach Zeit für Reisen nutzen zu können und konnte zum Glück auf Flugmeilen bei Lufthansa zurückgreifen, um die Kosten gering zu halten.

Eine Unterkunft zu finden habe ich etwas zu lange vernachlässigt, habe mich aber letztendlich für ein Studio-Apartment im International Village entschieden und schon kurz danach kam die Zusage. Dies war zwar sehr teuer (wie alle Wohnmöglichkeiten nah an der Uni), dafür war es ideal um neue Leute aus der ganzen Welt kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und mitten im Geschehen zu sein. Die Universität ist von hier aus leicht zu Fuß zu erreichen, mit einem Skateboard natürlich noch schneller innerhalb einiger Minuten.

Zwar gibt es in Riverside ein Bus-Netzwerk, welches auch kostenlos genutzt werden kann (Ein Ticket kann im Extension-Center abgeholt werden), genutzt hat diesen Service aber niemand. Idealerweise mietet man selber ein Auto oder nutzt Lyft/Uber um größere Strecken zu bewältigen.

Bewerbung und ggfs. Erasmus+ Förderung

Der Bewerbungsprozess lief reibungslos über das International Office. Instruktionen wurden zur Hand gelegt, wodurch ich nichts aus dem Auge verlor und alles beachten konnte.
Meinen Sprachnachweis bekam ich an der Universität in Oldenburg, da diese als eine der wenigen relativ spontan den DAAD anbot. Diese Prüfung war lockerer als gedacht, ich habe in einer kleinen Gruppe mit einem Native Speaker über diverse Themen gesprochen und im Anschluss direkt meinen Nachweis bekommen.
Eine Förderung habe ich nicht erhalten.

Kurswahl und Klausuren

Die Kurswahl verlief nicht ganz optimal, aber hier muss man einfach immer die Ruhe bewahren.
Grundsätzlich wählt man eine Kombination aus Kursen am Extension Center und auf dem Hauptcampus. Ich kann auch nur empfehlen Kurse auf dem Hauptcampus zu wählen, zwar sind sie etwas anspruchsvoller/aufwendiger, aber dadurch kommt man in Kontakt mit Amerikanern.
Vor Abreise wird man eine Tabelle zugesendet bekommen, in der einige Kurse auf dem Hauptcampus aufgeführt sind, in welchen Plätze für internationale Studenten reserviert sind. Sobald diese geschickt wurde, würde ich so schnell wie möglich eine Rückmeldung geben, die Vergabe läuft nach dem Prinzip first come first serve ab. Leider kam ich nicht in meinen gewünschten Kurs, deshalb musste ich vor Ort einen anderen wählen. Die Uni ist aber sehr bemüht, jeden internationalen Studenten in mindestens einen Kurs auf dem Hauptcampus einzuschreiben.

Die meisten Studenten kommen auch mit guten Noten zurück, allerdings darf man den Aufwand auch nicht unterschätzen. Der Aufwand ist ein anderer als an der FH Wedel. Die Abschlussprüfung ist weniger schwer, allerdings sind durchgehend diverse Assignments zu erledigen, um eine gute Note im Kurs zu erhalten. Dadurch muss man auf jeden Fall immer am Ball bleiben, aber man wird dennoch genug Freizeit haben, um auch mal einige Kurzreisen machen zu können.

Campusleben und Sprache

Mit der Sprache kam ich sehr gut zurecht. Dadurch, dass ich im international Village gelebt habe, waren viele meiner Freunde auch keine Amerikaner. Anfangs war man teilweise noch etwas gehemmt, doch schon nach einigen Tagen merkte man, dass es kein Problem ist, auch mal einen Fehler zu machen, verstanden wird man auf jeden Fall.
Die Amerikaner waren auch meistens leicht zu verstehen, Sprachkurse oder Ähnliches habe ich nicht besucht.
Die Freizeitmöglichkeiten waren groß an der University of California.
Ich kann Leuten, die an Sport interessiert sind, nur empfehlen, eine Mitgliedschaft am Recreation Center abzuschließen. Das besteht aus einem Fitnesscenter, Pools, Squash-Courts, Tennisplätzen und noch mehr.

Das Leben vor Ort und Tipps

Das Leben vor Ort ist doch relativ entspannt und gelassen. Man hat viel Freizeit, die man auch vor allem mit Kurztrips gut nutzen kann. Mir gelang es, den Donnerstag und Freitag frei zu halten, hierdurch konnte ich das lange Wochenende teilweise in L.A., San Diego und an verschiedenen Stränden entlang der Westküste oder in Las Vegas genießen. Vor allem Carlsbad gefiel mir persönlich sehr gut.

Fazit

Ich kann den Auslandsaufenthalt in Riverside jedem ans Herz legen. Auch das Wohnen im international Village war eine gute Entscheidung, Freunde wohnten teilweise weiter weg und hatten so immer Probleme mit dem Auto/Fahrrad zum Geschehen zu kommen. Das könnte aber auch bedeuten, etwas mehr zahlen zu müssen.
Natürlich ist das Wetter auch ein großes Plus, bei Temperaturen selten unter 20 Grad lässt sich der Herbst/Winter ganz gut aushalten :)