"Im Großen und Ganzen eine sehr gute Erfahrung."

Eckdaten

Name: Pedro Da Rocha Pereira
Universität: Vysoka University of Economics and Management, Prag, Tschechien
Zeitpunkt: Wintersemester 2019/2020
Dauer: 3 Monate

Wie ist die Entscheidung für diese Partneruniversität gefallen?

Ich habe mich für die Partneruni in Prag entschieden, da Prag selbst eine sehr kostengünstige Stadt ist.

Vorbereitungen für ein Visum

k.A. [Für einen Aufenthalt in Tschechien ist kein Visum notwendig. Die Redaktion]

Vorbereitungen für Flug und Unterkunft

Ich persönlich habe die Unterkunft über Airbnb gebucht. Dennoch gibt es vor Ort viele WGs, die Zimmer frei haben. Dadurch, dass ich mich für ein Airbnb entschieden habe, waren die Kosten für die Unterkunft höher als der Durchschnitt vor Ort. Da die Uni selber etwas außerhalb des Zentrums liegt, befand sich auch die Wohnung am Stadtrand. Die Verkehrsanbindungen waren einer der Dinge, mit denen ich am meisten zufrieden war. Durch die Metro, die Straßenbahn und den Bus ist alles sehr gut vernetzt, dazu sind die öffentlichen Verkehrsmittel in Prag sehr pünktlich. Meine Empfehlung hier ist die Anreise mit der Bahn, da kostengünstiger mehr Gepäck mitgenommen werden kann. Die Reise mit der Bahn dauert dann sechs einhalb Stunden statt etwa einer Stunde mit dem Flugzeug.

Bewerbung und ggfs. Erasmus+ Förderung

Der Bewerbungsprozess ging reibungslos, da beide Parteien zu Beginn sehr hilfsbereit waren. Die Dokumente für die Förderung sind mithilfe der Erasmus-Koordinatoren sowohl vor Ort als auch von der FH leicht zu erstellen. Die Änderungen im Learning Agreement waren mit Absprache von beiden Parteien auch problemlos möglich.

Kurswahl und Klausuren

Es wurden im Vorfeld mehr Kurse angeboten, als es am Ende tatsächlich gab. Meine endgültigen Kurse waren Marketing + Seminar Paper, Human Resource Management + Seminar Paper, Business Economics, Czech for Beginners, Financial Management. Sprich fünf Kurse und zwei Hausarbeiten. Die Kurse gingen in der Regel fünf Wochen á drei Stunden pro Woche. Die Anzahl der Vorlesungstage variierte zwischen ein bis drei Mal die Woche.

In Marketing wurde einem eher wissenschaftliches Arbeiten und der Umgang mit wissenschaftlichen Artikeln beigebracht, als Marketing selbst. Am Ende durfte man zwischen einem Multiple Choice Test oder einer Half-Page wählen, in der man einen wissenschaftlichen Artikel analysiert und in der letzten Stunde vorstellt. Das Seminar Paper musste einen Umfang von 10-15 Seiten haben. Dort sollten die in der Vorlesung erlernten Methoden angewandt werden. Dieser Kurs ist eher nicht zu empfehlen.

In Human Resource Management war die Anwesenheit und das Bearbeiten der gestellten Aufgaben Voraussetzung für die Benotung, da es zum Schluss keine Klausur gab. Die Note wurde anhand der Punktzahl der Übungen zusammengesetzt. Der Vorlesungsstil des Professors war altmodisch, da alles auf Papier gemacht wurde, was mir persönlich sehr gefallen hat. Dieser Kurs war mit Abstand der interessanteste und beste und ist daher sehr zu empfehlen. Auch hier war der Umfang des Seminar Papers 10-15 Seiten. Bei frühzeitiger Abgabe hat der Professor vorab Fehler angestrichen und Verbesserungsvorschläge gegeben.

In Business Economics wurden einem die Grundlagen der VWL gezeigt. Leider war dieser Kurs nicht sehr anspruchsvoll, weil die Materie schon bekannt und das Sprachniveau des Professors nicht gerade hoch war. In der letzten Stunde wurde eine Klausur geschrieben.

In Czech for Beginners wurden einem die Grundlagen der tschechischen Sprache beigebracht. Mir persönlich hat dieser Kurs sehr viel spaß gebracht, da die Professorin sehr engagiert war. Auch hier wurde in der letzten Stunde eine Klausur geschrieben. Leider begann der Kurs erst gegen Mitte des Auslandssemesters. Somit musste man in der Anfangszeit mit einem sehr limitierten Wortschatz herumlaufen. Trotzdem ist der Kurs empfehlenswert.

In Financial Management lernt man die Grundlagen des Rechnungswesens. Der Professor achtete sehr auf die Anwesenheitspflicht, da zu Beginn jeder Vorlesung eine Fragerunde basierend auf der letzten Vorlesung gestartet wurde. Auch hier wurde in der letzten Stunde eine Klausur geschrieben.

Die Kurse haben eine Größe von 20 Studenten, hauptsächlich Erasmus Studenten.

Campusleben und Sprache

Die Sprache wirkt am Anfang relativ schwer, doch sobald man den Kurs Czech for Beginners besucht, fällt einem das Lernen einfacher. In diesem Kurs werden einem die Basics beigebracht, die im Alltag von Gebrauch sind. Die Uni ist sehr klein und besteht aus nur einem Gebäude. Kontakt zu tschechischen Studenten gibt es kaum, da zu den Zeiten der Kurse die Uni sehr verlassen schien. Freizeitmöglichkeiten am Campus gab es kaum.

Das Leben vor Ort und Tipps

Das Leben vor Ort ist vergleichsweise günstig. Sehr empfehlenswert sind die Studentenbars in Prag, da man dort viele Erasmus Studenten von anderen Unis kennenlernt. Dazu ist das Bier dort relativ günstig. Die Stadt an sich ist eine Sehenswürdigkeit. Sehr schöne Architektur, schmale Gassen und eine sehr saubere Stadt. Dadurch, dass nicht jeden Tag Vorlesungen stattfinden, hat man viel Zeit zu reisen. Städte wie Wien oder Budapest sind nicht weit von Prag entfernt und mit dem Bus gut und günstig erreichbar.

Fazit

Im Großen und Ganzen eine sehr gute Erfahrung. Zwar war sowohl die Organisation der VSEM als auch die Professoren nicht immer gut, dennoch bekommt man mit relativ wenig Aufwand gute Noten. Dazu ist die Stadt sehr schön und günstig. Durch die vielen Events in Bars und Clubs lernt man schnell viele Erasmus Studenten kennen und knüpft dadurch viele neue Connections.