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Böse Buben

Schon der Internet Explorer 3 hat einen Teil der Cascading Style Sheets unterstützt. In der Version 4 kennen sowohl Microsofts als auch Netscapes Browser die Formatierungs- und Designmöglichkeiten, die das W3C mit CSS Level 1 möglich gemacht hat. Beide dieselben?

Einleitung

Wilhelm Buschs einführende Worte zu Max und Moritz - `Ach, was muß man oft von bösen/Kindern hören oder lesen' - paßt durchaus, wenn man an Microsofts und Netscapes Implementierung der Cascading Style Sheets in ihren Web-Browsern denkt (zu CSS siehe Stefan Minterts Artikel in der März-Ausgabe, [1]). Denn die beiden Buben haben nicht etwa die gesamte Spezifikation der Style Sheets implementiert, sondern nur - zugegebenermaßen große - Teile. Was der geplagte Web-Designer benutzen darf, wenn er Anwender beider `Systeme' erreichen will, ist allenfalls eine mittlere Schnittmenge ... Von älteren Browser-Versionen ganz zu schweigen.

Formatierungen von Text

Text statt Bild: CSS sollen dazu beitragen, mit `normalem' HTML zu arbeiten und über gesonderte Anweisungen das Aussehen eines Dokuments zu beeinflussen oder festzulegen. Das fängt bei Absätzen an und hört bei der Einbeziehung von Scripts immer noch nicht auf. Schriftfarbe und -größe, Hintergrund eines Elements sowie seine Position im Dokument lassen sich jetzt bestimmen und machen den extensiven Gebrauch von Tabellen und unsichtbaren GIF-Bildchen fast überflüssig.

Der Teufel steckt auch sonst im Detail: Kapitälchen (kleine Großbuchstaben) darzustellen war mit HTML bislang nicht möglich. Sie mit Hilfe von Style Sheets zu erzeugen, erfordert die Verknüpfung zweier Anweisungen in einer Klasse, hier des Elements SPAN; acronym erledigt das.

<SPAN CLASS="acronym">Tanstaafl</SPAN>

H1      { text-align: center;
          font-family: sans-serif;
          font-size: xx-large;
          background: #ffffff; color: #3333cc }

Positionierung der Elemente

Eine Variation der Style-Sheet-Eingangsseite des W3C (http://www.w3.org/pub/WWW/Style/) zeigt, wie es um die beiden Stilisten steht, was die Positionierung von Elementen auf Web-Seiten angeht. Die beiden Abbildungen 3 und 4 sowie Listing 2 und 3 verdeutlichen, daß es mit der Einigkeit nicht weit her ist. Schlimmer, der Internet Explorer ignoriert jede Zuweisung dieser Art. Selbst der Navigator für sich (NT/Solaris) stellt dieselbe unterschiedlich dar ...

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Listenelemente

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Literatur
[1] Stefan Mintert; Web-Design; Der Weg der Tugend; Style Sheets: Make-Up für WWW-Dokumente; iX 3/97, S. 130 ff.; http://www.heise.de/ix/artikel/1997/03/130/

[2] Ralf Hüskes; Web-Design; Mein Web gehört mir; Dynamisches HTML: Inkompatibilität zwischen Microsoft und Netscape; iX 8/97, S. 140 ff.; http://www.heise.de/ix/artikel/1997/08/140/

[3] Håkon Wium Lie, Bert Bos; Cascading Style Sheets; Layouts für das Web-Publishing; Bonn (Addison-Wesley) 1997