1. Rechtsform

a. Das Einzelunternehmen

Der Gewerbetreibende kann sein Unternehmen als Einzelunternehmen ohne weitere Gesellschafter führen. Der Einzelunternehmer kann nach der Anmeldung seines Gewerbes seine Geschäftstätigkeit aufnehmen. Als Einzelunternehmer erhält der Unternehmer sämtliche Gewinne und trägt alle Verluste seines Unternehmens. Der Einzelunternehmer haftet mit seinem gesamten Privatvermögen unbegrenzt für Verbindlichkeiten seines Unternehmens. Liegt ein Handelsgewerbe vor, so ist der Einzelkaufmann verpflichtet, das Unternehmen im Handelsregister eintragen zu lassen.


b. Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Für den kleinen, eher unbürokratischen Anfang empfiehlt sich als Rechtsform die Ge­sell­­schaft bürgerlichen Rechts (GbR). Diese Gesellschaft wird nicht ins Handelsregister ein­ge­tra­­gen und muß keine Jahresabschlußbilanz erstellen. Bei Gründung muß kein Stammkapital durch die Gesellschafter erbracht bzw. nachgewiesen werden. Alle Gesellschafter haften mit ih­­rem privaten Vermögen.


c. Partnergesellschaft (PartnG)

Die Partnerschaftsgesellschaft ist eine relativ neue Rechtsform für freie Berufe. Freiberufler (nicht Gewerbetreibende) können sich in dieser Gesellschaftsform eigenverantwortlich mit Part­­nern zusammenschließen. Die Gesellschaft muß in das Partnerschaftsregister beim Amts­ge­­richt eingetragen werden.


d. Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Die OHG ist eine „größere“ Form der GbR, deren Zweck auf den Betrieb eines Handelsgewerbes gerichtet ist. Die Gesellschaft muß ins Handelsregister ein­ge­tra­­gen werden. Sämtliche Gesellschafter haften persönlich unbeschränkt.a. Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

e. Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Für die Gründung einer GmbH müssen die Gesellschafter ein Mindeststammkapital in Höhe von EUR 25.000,00 nachweisen. Der Gesellschaftsvertrag muß notariell beurkundet werden. Die GmbH ist ins Handelsregister einzutragen. Die Gesellschafter haften in der Regel ab dem Zeitpunkt der Eintragung der Gesellschaft nur mit ihrer Einlage.

f. Unternehmergesellschaft (UG) („kleine GmbH“)

Seit dem 01.08.2008 ist die Gründung einer UG (haftungsbeschränkt) möglich. Auch die UG (haftungsbeschränkt) ist eine Kapitalgesellschaft, bei der die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist. Das Stammkapital der UG (haftungsbeschränkt) beträgt mindestens 1 EUR. Bis auf das unterschiedliche Stammkapital gleicht die UG (haftungsbeschränkt)  im wesentlichen der GmbH.  Die UG (haftungsbeschränkt) muss jedes Jahr ein Viertel ihres Jahresüberschusses in die Rücklagen einstellen. Erreicht die so gebildete Rücklage einen Betrag von 25.000 Euro, kann die UG (haftungsbeschränkt) über eine Kapitalerhöhung eine GmbH werden. Die UG (haftungsbeschränkt) ist vom deutschen Gesetzgeber als Alternative zur britischen Limited (Ltd.) eingeführt worden. Die Gründer sollten bei ihrer Entscheidung berücksichtigen, dass die UG (haftungsbeschränkt) genau so wie die britische Limited (Ltd.) bei potentiellen Geschäftspartnern aufgrund ihres niedrigen Stammkapitals eine relativ schlechte Reputation genießt.

g. Kommanditgesellschaft (KG)

Auch die KG ist auf den Betrieb eines Handelsgewerbes gerichtet und muß ins Handelsregister eingetragen werden. Bei dieser Gesellschaftsform gibt es zwei verschiedene Typen von Gesellschaftern: Die Komplementäre leiten das Un­ter­neh­­men und haften unbeschränkt. Die Kommanditisten beteiligen sich mit ihrem Kapital an der Gesellschaft, sind von der Geschäftsführung ausgeschlossen und haf­­ten lediglich mit ihrer Einlage.

h. GmbH & Co. KG

Diese Gesellschaftsform stellt einen Sonderfall der Kommanditgesellschaft (KG) dar. Als Kom­ple­men­­tär der KG tritt eine GmbH auf. Über diese Konstellation soll eine möglichst weitgehende Haf­tungs­be­schrän­­kung erreicht werden.

i. Kleine Aktiengesellschaft (AG)

Zunehmend größerer Beliebtheit erfreut sich die Kleine Aktiengesellschaft (AG). Sie eignet sich jedoch lediglich für größere Projekte, da der bei der Gründung nachzuweisende Ka­pi­­talbetrag mindestens EUR 50.000,00 beträgt.

j. Die „Limited“ (Ltd.)

Seit einigen Jahren ist es rechtlich möglich, in Deutschland mit einem Unternehmen in Form der britischen Limited (Ltd.) am Markt tätig zu sein. Die Ltd. muss bei der zuständigen britischen Behörde (Company House) eingetragen werden. Ein gesetzliches Mindeststammkapital gibt es nicht, so dass die Ltd. regelmäßig mit nur einem britischen Pfund Stammkapital gegründet wird. Sofern die Ltd. ausschließlich in Deutschland tätig ist, muss sie in der Regel eine Zweigniederlassung beim zuständigen Handelsregister anmelden. Auf diverse Vorgänge im Zusammenhang mit der Ltd. ist britisches Gesellschaftsrecht anzuwenden, was die Gesellschaftsform im Ergebnis oft komplizierter und teurer macht als von den Gründern ursprünglich angenommen. Zu berücksichtigen ist außerdem der relativ schlechte Ruf, welchen die Ltd. aufgrund ihres niedrigen Stammkapitals bei potentiellen Geschäftspartnern genießt.

Zusammenfassung:

Die Entscheidung, in welcher Rechtsform ein Unternehmen gegründet und geführt werden soll, hat sowohl persönliche als auch finanzielle, steuerliche und rechtliche Folgen. Um Vor- und Nachteile der verschiedenen Gesellschaftsformen sorgfältig gegeneinander abwägen zu können, sollte sich der Existenzgründer vorab zu den nachfolgenden Stich­punk­­ten ausführlich Gedanken machen:

 

  •  Wieviel Eigenkapital kann aufgebracht werden?
  • Soll die Haftung eingeschränkt werden?
  • Soll das Unternehmen vom Existenzgründer allein betrieben bzw. geleitet werden?
  • Wieviel bürokratischen Aufwand will der Existenzgründer auf sich nehmen?