08.12.2015

Die digitale Transformation erfolgreich meistern

Prof. Dr. Markus Warg in der FH Wedel.

Prof. Dr. Markus Warg ist seit 2014 Professor für Leadership, Finance and Risk Management an der Fachhochschule Wedel. Neben seinen Forschungsschwerpunkten Strategische Unternehmensführung, Unternehmensbewertung, Risikomanagement und serviceorientierte Geschäftsmodelle befasst er sich auch mit Service Dominierter Architektur (SDA). Seit Juli 2015 ist er als Mitglied des Vorstands der SIGNAL IDUNA Gruppe unter anderem verantwortlich für Risikomanagement, Qualitätsmanagement, Softwareentwicklung und die technische Infrastruktur. 

Warum ist die digitale Transformation für Sie als Mitglied des Vorstandes bei SIGNAL IDUNA mit Verantwortung im Bereich IT ein Thema?

Die Versicherungsbranche sollte sich vor der Gefahr, dass die Digitalisierung branchenfremden Mittbewerbern einen Markteintritt ermöglicht, schützen. Dies macht sie am besten, indem sie die Chancen der Digitalisierung selbst nutzt. Die Digitalisierung hilft uns, Informationen getrennt vom eigentlichen Produkt zu transportieren und zu verarbeiten. Versicherungsschutz wird zunehmend Teil kundenzentrierter Lösungen, deren Nutzen beim Gebrauch (value in use) entsteht. Es geht um den Wert für den Kunden und weniger um das Produkt. Dieser Paradigmenwechsel wird auch als Service Dominierte Logik bezeichnet. Um diese Logik zu implementieren, entwickeln wir das Konzept einer Service Dominierten Architektur (SDA).

Beschreiben Sie uns in wenigen Worten Ihr Konzept.

SDA ermöglicht die Chancen digitale Geschäftsmodelle zu nutzen, ohne die Komplexität der IT zu erhöhen. Mit Interaktionsfähigkeit, zeitnaher Datenbereitstellung (Big Data), Plattformfähigkeit und der Einbindung der Kern-Services des Unternehmens, ermöglicht die Service Dominierte Architektur den Paradigmenwechsel von der Güterdominanz zur Servicedominanz aktiv zu gestalten. Die Architektur besteht aus drei Schichten, welche die Merkmale servicedominierter, digitaler Geschäftsmodelle (Interaktion, Co-Creation, Kollaboration) abbilden:

  1. Die Omnikanal-Integrationsschicht zur flexiblen Sicherstellung eines interaktiven, einheitlichen Kundenerlebnisses über alle Kommunikationskanäle hinweg
  2. Die Plattform-Schicht zur zeitnahen Bereitstellung bedarfsgerechter Lösungen für die Orchestrierung und Bündelung von Services, Daten und weiteren Ressourcen unter Einbindung der Kunden (Co-Creation, Kollaboration)
  3. Die SOA-Schicht zur grundsätzlichen Orientierung an Geschäftsprozessen und zur Einbindung der Kern-Services des Unternehmens in die Plattform-Schicht und interaktiven Prozesse

Welche Perspektiven eröffnet das Thema Service Dominierte Architektur unseren Studierenden?

Dies ist ein tolles Thema, um die gute Zusammenarbeit mit der FH Wedel weiter zu vertiefen. Wir stehen mit der Entwicklung noch am Anfang. Daher bieten sich in der Zusammenarbeit mit der FH Wedel zahlreiche anwendungsorientierte Entwicklungsprojekte an, aber auch vielfältige Themen für Projekt- und Abschlussarbeiten.

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