Auge in Auge mit dem Betrachter eines Online-Tutorials ...

Das Prinzip des klassischen Teleprompters ("Auto-cue") wird wohl jeder kennen, der abends die Tagesschau oder andere textlastige Nachrichtensendungen anschaut und sich dabei jedes Mal (nicht) wundert, wie viel Text so ein Moderator doch im Kopf behalten kann (müsste).

Im Bereich der Sceencast-Erstellung  von z.B. interaktiven Schulungskursen (Online-Tutorials), ist es häufig sinnvoll, dass der Kursteilnehmer zu mindestens in Teilbereichen weiß, wer auf anderen Seite das Wissen vermittelt. Neben dem reinen Sprecherton kann daher auch das zugehörige Sprechervideo zu mindestens zeitweise erwünscht sein.

SeeEye-2-Eye soll Parallaxenfehler bei Webcams vermeiden.

Prinzipell könnte eine simple Webcam, direkt oberhalb des Monitors platziert oder bereits im Rahmen integriert, für die Aufzeichnung des Sprechers bereits ausreichend sein. Aber es zeigt sich schnell, dass für einen optimalen Blickkontakt die Kamera immer auf Augenhöhe sein sollte, sonst schauen beide Teilnehmerseiten immer leicht aneinander vorbei.

Diesen Effekt (Parallaxenfehler) kann man gerade bei der Videotelefonie (z.B. via "Skype") immer sehr schön beobachten, wenn der Gesprächspartner gegenüber mal wieder gerade das Videobild seines Gegenüber auf dem Monitor unterhalb der Kamera fokusiert. Ein Produkt, wie SeeEye-2-Eye, sollte so etwas beispielsweise verhindern ...

Die Aufzeichnung eines Screencasts am Arbeitsplatz-PC

Screencast mit Camtasia Studio erstellt.

Während ein Live-Vortrag am PC häufig in Kombination mit einem nur gering auflösenden Projektor (Beamer, 1024x768 Pixel) erfolgt, ist bei der Aufzeichnung von hochwertigen Schulungsvideos am Arbeitsplatz-PC häufig eine höhere Bildschirmauflösung wünschenswert. Häufig sollen ja auch nur Teilausschnitte des gesamten Monitorbildes aufgezeichnet werden.

Die meisten komerziell verfügbaren Teleprompter-Modelle sind nach wie vor sehr teurer und haben aufgrund ihrer meist kompakten Bausweise nur eine sehr geringe Bildschirmgröße (typ. max. 15") und eine aufgrund der Einsatzzweckes eher geringe Auflösung (800x600 Pixel). Vornehmlich sollen sie portabel sein und werden für reine Textdarstellungen genutzt. Als Arbeitsplatz-Monitor sind sie denkbar ungeeignet.

Wenn man einen Teleprompter auch als Arbeitsplatz-Monitor nutzen möchte (oder umgekehrt), muss eine Eigenbaulösung her ... unsere eigene Screen- Casting Box.

Das Ergebnis: Unsere eigene "Screencast-Box" (Teleprompter PC)

Die finale Casting-Box in unserem E-Learning Labor

Da wir nicht nur technisch, sondern auch handwerklich bereit sind, uns zu engagieren, wurde kurzerhand eine Eigenbau-Lösung entworfen, die mit einer guten Zeichnung und ein wenig Holz aus dem Baumarkt auch schnell zusammengebaut war. Glücklicherweise sägt der hiesige Baumarkt das Holz auch sehr akkurat zurecht.

Problematisch war lediglich die richtige Wahl eines geeigneten "halbdurchlässigen Spiegels", dem Herzstück jedes Teleprompters. Hier kann man sehr leicht viele Fehler machen.

Ein einfacher Spion-Spiegel, der aus zahlreichen Krimisendungen bestens bekannt ist und den jeder Glaser um die Ecke besorgen kann, kommt hier doch eher nicht Frage. Dieser einfache Spiegeltyp absorbiert selbst zu viel Licht und ist auch nicht farbneutral.

Nachfolgend sind ein paar Bilder auf dem Weg vom Rohbau bis zum Finale zu sehen...

Der Rohbau
Rohbau von vorne
innen schwarz gestrichen
Auch außen gestrichen
Ein Blick von hinten
Im Betrieb ...


Der Aufbau selbst war dank Unterstützung unserer hauseignen Werkstatt und des ortsansässigen Baumarktes dann auch gar kein Problem. 

Ein Schluss noch ein prominenter Blick auf den Desktop ...

Nachfolgend sieht man ein frontal aufgenommenes Foto auf den von uns verwendeten liegenden TFT-Bildschirm (56cm Bildschirmdiagonale), der mit einer Auflösung von stolzen 1650x1050 Bildpunkten betrieben wird. 

Die Videoaufnahme erfolgt durch eine Webcam direkt hinter dem Spiegel. Prominenter Tester war im Jahre 2009 Peter-Harry Carstensen, der damalige Ministerpräsident des Landes Schleswig Holstein, der hier "exemplarisch" seine eigene Webseite interaktiv vorstellen konnte.

TFT-Monitordarstellung mit echten 1650x1050 Bildpunkten
Prominenter Tester war 2009 Peter-Harry Carstensen, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein


 
Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Firma Prinz Optics, die uns bei der Spiegelauswahl sehr gut unterstützt hat und sogar einen Tausch des Strahlenteilers ermöglichte, als wir mit dem ersten Ergebnis nicht ganz zu frieden waren.

Mehr zur Entstehungsgeschichte finden Sie hier ausführlicher auf den zugehörigen Informationsseiten erläutert ...